Menschen in der Raumfabrik – Malermeister Marcel Maiwald

Raumfabrik

„Niemals stehenbleiben!“ Das Lebensmotto des jungen Malermeisters Marcel Maiwald fordert ihn jeden Tag aufs neue. Der „Dauerläufer“ mit der ruhigen Hand sucht ständig neue Herausforderungen. Und findet sie in anspruchsvollen Projekten.

Erst an den Bodyguards vorbei, dann elektronisch einchecken und schweigsam an Bord schleichen. Auf der Jacht eines Oligarchen die Wände elegant zu streichen, ist schon eine recht seltsame Erfahrung. Marcel Maiwald – gerade einmal 30 und Meister seines Fachs – hat sie bereits gemacht, in Hamburg vor einigen Jahren. So befremdlich es war, er bereut es nicht. „Ich arbeite am liebsten im privaten Umfeld und mit hochwertigen Materialien“, bekennt der Mitarbeiter der Emsdettener Firma Wilp und schiebt in seiner ruhigen, unaufgeregten Art hinterher: „Deshalb liegen mir Projekte der Raumfabrik meistens recht gut.“

Schon als 14jähriger töffelte Marcel gerne seinem Vater hinterher, der als Malergeselle von Baustelle zu Baustelle zog. Taschengeld aufbessern. Dass er in dessen Fußstapfen trat, war aber eher Zufall. „Eine Tischler-Lehre wäre auch nicht schlecht gewesen. Aber das hat sich nicht ergeben“, berichtet er mit der Gelassenheit eines Handwerkers, der seine Berufung gefunden hat. Dass sich der junge Marcel der sonderbaren Magie von Farbe und Form recht schnell ergab, lag vor allem daran, dass ihm sein Lehrbetrieb gleich mit vielen Projekten aus dem Premiumbereich konfrontierte.

Neben dem schnöden Wandweiß, das natürlich immer wieder mit zum Job gehört, interessierten ihn vor allem Spezialaufgaben. Ob Fresco-Spachtel in Betonoptik, Akzentwände in abenteuerlichen Farben, Tapeten aus Textilien oder sogar aus edlem Fell: „Die Vielfalt der Materialien, die durch unsere Hände gehen, ist unglaublich groß.“ Dieses Fühlbare, dieses Haptische gefällt Marcel Maiwald dabei ganz besonders. Was andere abschrecken mag, zieht ihn geradezu magisch an. Eine Charakterfrage. „Ich will niemals stehenbleiben, sondern mich immer von neuen Techniken begeistern lassen“, gibt er Einblick in seine Handwerkerseele. Nur wenn Kopf und Hand etwas zu tun haben, entsteht bei ihm Zufriedenheit.

„Wenn ich tagsüber 100 Prozent geben kann, komme ich abends zufrieden nachhause“, sagt er. Ein klares Statement. Und ein Grund, warum Marcel Maiwald die Projekte der Raumfabrik besonders reizen. Sie spielen sich vornehmlich im privaten Umfeld ab und orientieren sich überwiegend an gehobenen Ansprüchen. Perfekt für Maiwald, der zwar eher ein ruhiges Temperament an den Tag legt, aber in seinem Fach regelrecht aufgeht: „Ob Kunden oder Kollegen aus anderen Gewerken: der ständige Austausch, das gegenseitige Lernen, das macht den Unterschied.“

Beim Interview für dieses Magazin ist er mit einem Lehrjungen unterwegs, der erst seit sechs Wochen den weißen Malerkittel trägt. Der spitzt die Ohren, als sein Meister von Projekten in urbanen Lofts, mondänen Ferienwohnungen auf Norderney und dem Gästehaus eines Multimillionärs ungewohnt wortreich schwärmt. Da bekommen selbst die Stichworte „Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit“ eine ganz neue Bedeutung: Wer im Premiumbereich etwas schaffen will, muss auch mit diesen Qualitäten glänzen. Eine Lektion fürs Leben – vor allem für all diejenigen, die in ihrem Job niemals stehenbleiben möchten.

(Text: Peter Beutgen)